
„Eine Linde für Novalis”
> Baumfest am 25. und 26. April <
Mit den Worten „Andere Festtage dienen der Erinnerung, der Tag des Baumes weist in die Zukunft!“, initiierte Julius Sterling Morton 1872 im baumarmen Nebraska eine massenhafte Baumpflanzung. Seit 1885 begeht man ihm zu Ehren den 25. April - seinen Geburtstag - als „Tag des Baumes“.
Sowohl der Erinnerung als auch dem Blick in die Zukunft gewidmet war das Baumfest 2008, das am 25. April rund um das Schloss Oberwiederstedt gefeiert wurde, 20 Jahre nach der Rettung des Geburtshauses Georg Philipp Friedrich von Hardenbergs (Novalis).
Von ihm wissen wir: „Bäume scheinen unter allen Pflanzen die Edelsten [...].“
In enger Zusammenarbeit mit der Gemeinde haben die im Schloss beheimateten Institutionen, die Novalis-Stiftung, die Forschungsstätte für Frühromantik und die Internationale Novalis-Gesellschaft das Projekt vorbereitet und zum „Tag des Baumes“ zu einem Abschluss gebracht, der gleichzeitig ein Beginn für die mittelfristige Rekonstruktion und Pflege des gesamten Gutsgartens am Schloss Oberwiederstedt sein soll. Dieses ambitionierte Projekt der Rekonstruktion der historischen Lindenallee einschließlich eines Teils des Pflegeprogramms für die kommenden neun Jahre konnte aus umfangreichen Spenden finanziert werden.
Umgesetzt werden konnte es nur durch die zahllosen äußerst engagierten und fachlich kompetenten Kooperationspartner im Landesministerium für Landwirtschaft und Umwelt, den Landschaftsarchitekten Mathias Hopp, den Vorsitzenden des Kreisverbandes der SDW Manfred Fischer, die Kommunale Ökologische Sanierungsgesellschaft (KÖS), die Denkmalschutzbehörde des Landes und des Kreises, die Naturschutzbehörde, Baumgutachter, die Firma Garten- und Landschaftsbau Voigt, die Wachgesellschaft ELKO und vor allem dank der fleißigen Arbeiter aus Wiederstedt, die Garten, Park und Weg auch bei Regen und Kälte beräumten und herrichteten.
Bei strahlendem Sonnenschein besuchten mehrere Hundert Naturfreunde die zentrale Veranstaltung zum „Tag des Baumes“ in Sachsen-Anhalt - unter ihnen Vertreter der Landesregierung Sachsen-Anhalt, der Landrat und weitere Vertreter des Landkreises Mansfeld-Südharz, die Bürgermeister der Gemeinde Oberwiederstedt, der Städte Hettstedt und Sangerhausen, Vorstände und Mitglieder der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald Sachsen-Anhalt, des Vereins der Mansfelder Berg- und Hüttenleute und des Rotary-Clubs Eisleben.
Der Baum des Jahres 2008 ist die Walnuss. Ein besonders schönes Exemplar pflanzten Kinder der Wiederstedter „Tagesstätte am Märchenschloss“ zusammen mit der Ministerin, dem Landrat und allen Gästen in den Obstbaumgarten am alten Kloster beim Schloss zur Eröffnung des sonnigen Nachmittags, der nicht zu letzt durch die Lieder des Wiederstedter Männerchores, des Hettstedter Gymnasiums und das fröhliche Singspiel der KITA Wiederstedt zu einem Volksfest wurde.
Mitglieder des Vereins der Mansfelder Berg- und Hüttenleute entboten ihren Gruß für Novalis, die Linden und alle Gäste mit einem feierlichen Spalier entlang des neu gebauten Alleenweges im Schlosspark in historischen Bergkleidern.
Die Schirmherrin des Projektes Petra Wernicke, Ministerin für Landwirtschaft und Umwelt des Landes Sachsen-Anhalt, der Landrat und weitere Festredner erinnerten in ihren Grußworten auch an den 25. April 1952, als der damalige Bundespräsident Theodor Heuss mit der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald zum ersten „Tag des Baumes“ der Nachkriegszeit im Bonner Hofgarten einen Ahorn pflanzte. Einen Baum selbst zu pflanzen, so sagte die Ministerin, sei für sie etwas besonderes, denn Bäume, besonders Linden, seien Zeit-Brücken, die weit mehr als 200 Jahre verbinden.
Der Wiederstedter Bürgermeister Dieter Süß sprach von den gewaltigen Anstrengungen, die nötig waren, die Voraussetzungen für ein solches Projekt zu schaffen: Denn vor 20 Jahren war die Idee, wieder eine Lindenallee zu pflanzen, einfach undenkbar.
Damals, im Februar 1988, war das bürgerschaftliche Engagement der Wiederstedter Interessengemeinschaft Novalis notwendig, um das Geburtshaus des Dichters in harter und unentgeltlicher Arbeit zu retten. Die Gründung der Internationalen Novalis-Gesellschaft am 2. Mai 1992 und der Aufbau der Forschungsstätte und schließlich die Errichtung der Novalis-Stiftung Wege wagen mit Novalis durch Dr. med. Arved Grieshaber am 25. März 2001 markierten jeweils den Beginn einer neuen Etappe in der Entwicklung des kulturgeschichtlich bedeutsamen Areals, das nun immer stärkere inhaltliche Konturen erhielt.
„Als Liebhaber der Literatur“, so der Präsident der Internationalen Novalis-Gesellschaft Prof. Dr. Herbert Uerlings, „sehe ich die Natur so: Aus Bäumen werden Bücher, und aus manchen Bäumen werde gute Bücher, und das ist gut so. Manchmal schließt sich dann sogar der Kreislauf der Natur, und in den guten und schönen Büchern tauchen die Bäume wieder auf, und wenn wir diese Bücher dann lesen, werden diese Bäume zu Lesefrüchten.“
Dass solche Lesefrüchte auch wieder zu Bäumen werden können, zeigt das Engagement des Vorsitzenden der Novalis-Stiftung Arved Grieshabers, der als passionierter Novalis-Kenner und -Liebhaber die Wiederanpflanzung der Lindenallee immer als sein persönliches Herzensanliegen betrachtete, mit dem er nun auch sicher ist, dass alle Beteiligten bereits „Erinnerungen in die Zukunft tragen“. Wie die jungen Bäume Wurzeln bilden, die einer Novalis-Idee zufolge gleichsam nach unten in die Zukunft reichen, sollen diese Wurzeln unsere Verbindung mit der Familie Hardenberg und auch die der drei Novalis-Institutionen mit den Menschen in der Region versinnbildlichen.
„Die Bäume, die heute gepflanzt werden, der Walnussbaum und die Lindenallee - sie stehen im Schutz des Schlosses und des Dorfes und sie sollen so alt werden, dass keiner mehr weiß, wer sie gepflanzt hat!“ (Herbert Uerlings)
Aber heute sind sie natürlich noch nicht vergessen - alle Alleenpaten, alle Helfer, alle politischen Entscheidungsträger aus Dorf, Kreis und Land, die Schloss und Garten nicht nur als erhaltenswert betrachten, sondern das Schloss Oberwiederstedt als „Leuchtturm“ in der mitteldeutschen Kulturlandschaft sehen, und alle Einwohner, die mit viel Sympathie „ihr“ Schloss und „ihren“ Garten besuchen und für seinen Erhalt Sorge tragen - ihnen allen gilt unser ganz besonderer Dank.
Jetzt im Mai geht man bereits durch die drei historischen Linden von 1770 wie durch den ersten Alleenbogen zu den 22 jungen Linden, die ihre kleinen Blattkronen entfaltet haben.
Ein erstes Brautpaar spazierte mit seiner Gesellschaft hindurch. Vielleicht schon ab Juni wird man sich beim Standesamt Quenstedt oder Hettstedt für eine Samstag-Trauung im Novalis-Schloss anmelden können - mit anschließendem historischen Foto in der alten jungen „Hochzeitsallee“.
Zum Projekt >>
Sowohl der Erinnerung als auch dem Blick in die Zukunft gewidmet war das Baumfest 2008, das am 25. April rund um das Schloss Oberwiederstedt gefeiert wurde, 20 Jahre nach der Rettung des Geburtshauses Georg Philipp Friedrich von Hardenbergs (Novalis).
Von ihm wissen wir: „Bäume scheinen unter allen Pflanzen die Edelsten [...].“
In enger Zusammenarbeit mit der Gemeinde haben die im Schloss beheimateten Institutionen, die Novalis-Stiftung, die Forschungsstätte für Frühromantik und die Internationale Novalis-Gesellschaft das Projekt vorbereitet und zum „Tag des Baumes“ zu einem Abschluss gebracht, der gleichzeitig ein Beginn für die mittelfristige Rekonstruktion und Pflege des gesamten Gutsgartens am Schloss Oberwiederstedt sein soll. Dieses ambitionierte Projekt der Rekonstruktion der historischen Lindenallee einschließlich eines Teils des Pflegeprogramms für die kommenden neun Jahre konnte aus umfangreichen Spenden finanziert werden.
Umgesetzt werden konnte es nur durch die zahllosen äußerst engagierten und fachlich kompetenten Kooperationspartner im Landesministerium für Landwirtschaft und Umwelt, den Landschaftsarchitekten Mathias Hopp, den Vorsitzenden des Kreisverbandes der SDW Manfred Fischer, die Kommunale Ökologische Sanierungsgesellschaft (KÖS), die Denkmalschutzbehörde des Landes und des Kreises, die Naturschutzbehörde, Baumgutachter, die Firma Garten- und Landschaftsbau Voigt, die Wachgesellschaft ELKO und vor allem dank der fleißigen Arbeiter aus Wiederstedt, die Garten, Park und Weg auch bei Regen und Kälte beräumten und herrichteten.
Bei strahlendem Sonnenschein besuchten mehrere Hundert Naturfreunde die zentrale Veranstaltung zum „Tag des Baumes“ in Sachsen-Anhalt - unter ihnen Vertreter der Landesregierung Sachsen-Anhalt, der Landrat und weitere Vertreter des Landkreises Mansfeld-Südharz, die Bürgermeister der Gemeinde Oberwiederstedt, der Städte Hettstedt und Sangerhausen, Vorstände und Mitglieder der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald Sachsen-Anhalt, des Vereins der Mansfelder Berg- und Hüttenleute und des Rotary-Clubs Eisleben.
Der Baum des Jahres 2008 ist die Walnuss. Ein besonders schönes Exemplar pflanzten Kinder der Wiederstedter „Tagesstätte am Märchenschloss“ zusammen mit der Ministerin, dem Landrat und allen Gästen in den Obstbaumgarten am alten Kloster beim Schloss zur Eröffnung des sonnigen Nachmittags, der nicht zu letzt durch die Lieder des Wiederstedter Männerchores, des Hettstedter Gymnasiums und das fröhliche Singspiel der KITA Wiederstedt zu einem Volksfest wurde.
Mitglieder des Vereins der Mansfelder Berg- und Hüttenleute entboten ihren Gruß für Novalis, die Linden und alle Gäste mit einem feierlichen Spalier entlang des neu gebauten Alleenweges im Schlosspark in historischen Bergkleidern.
Die Schirmherrin des Projektes Petra Wernicke, Ministerin für Landwirtschaft und Umwelt des Landes Sachsen-Anhalt, der Landrat und weitere Festredner erinnerten in ihren Grußworten auch an den 25. April 1952, als der damalige Bundespräsident Theodor Heuss mit der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald zum ersten „Tag des Baumes“ der Nachkriegszeit im Bonner Hofgarten einen Ahorn pflanzte. Einen Baum selbst zu pflanzen, so sagte die Ministerin, sei für sie etwas besonderes, denn Bäume, besonders Linden, seien Zeit-Brücken, die weit mehr als 200 Jahre verbinden.
Der Wiederstedter Bürgermeister Dieter Süß sprach von den gewaltigen Anstrengungen, die nötig waren, die Voraussetzungen für ein solches Projekt zu schaffen: Denn vor 20 Jahren war die Idee, wieder eine Lindenallee zu pflanzen, einfach undenkbar.
Damals, im Februar 1988, war das bürgerschaftliche Engagement der Wiederstedter Interessengemeinschaft Novalis notwendig, um das Geburtshaus des Dichters in harter und unentgeltlicher Arbeit zu retten. Die Gründung der Internationalen Novalis-Gesellschaft am 2. Mai 1992 und der Aufbau der Forschungsstätte und schließlich die Errichtung der Novalis-Stiftung Wege wagen mit Novalis durch Dr. med. Arved Grieshaber am 25. März 2001 markierten jeweils den Beginn einer neuen Etappe in der Entwicklung des kulturgeschichtlich bedeutsamen Areals, das nun immer stärkere inhaltliche Konturen erhielt.
„Als Liebhaber der Literatur“, so der Präsident der Internationalen Novalis-Gesellschaft Prof. Dr. Herbert Uerlings, „sehe ich die Natur so: Aus Bäumen werden Bücher, und aus manchen Bäumen werde gute Bücher, und das ist gut so. Manchmal schließt sich dann sogar der Kreislauf der Natur, und in den guten und schönen Büchern tauchen die Bäume wieder auf, und wenn wir diese Bücher dann lesen, werden diese Bäume zu Lesefrüchten.“
Dass solche Lesefrüchte auch wieder zu Bäumen werden können, zeigt das Engagement des Vorsitzenden der Novalis-Stiftung Arved Grieshabers, der als passionierter Novalis-Kenner und -Liebhaber die Wiederanpflanzung der Lindenallee immer als sein persönliches Herzensanliegen betrachtete, mit dem er nun auch sicher ist, dass alle Beteiligten bereits „Erinnerungen in die Zukunft tragen“. Wie die jungen Bäume Wurzeln bilden, die einer Novalis-Idee zufolge gleichsam nach unten in die Zukunft reichen, sollen diese Wurzeln unsere Verbindung mit der Familie Hardenberg und auch die der drei Novalis-Institutionen mit den Menschen in der Region versinnbildlichen.
„Die Bäume, die heute gepflanzt werden, der Walnussbaum und die Lindenallee - sie stehen im Schutz des Schlosses und des Dorfes und sie sollen so alt werden, dass keiner mehr weiß, wer sie gepflanzt hat!“ (Herbert Uerlings)
Aber heute sind sie natürlich noch nicht vergessen - alle Alleenpaten, alle Helfer, alle politischen Entscheidungsträger aus Dorf, Kreis und Land, die Schloss und Garten nicht nur als erhaltenswert betrachten, sondern das Schloss Oberwiederstedt als „Leuchtturm“ in der mitteldeutschen Kulturlandschaft sehen, und alle Einwohner, die mit viel Sympathie „ihr“ Schloss und „ihren“ Garten besuchen und für seinen Erhalt Sorge tragen - ihnen allen gilt unser ganz besonderer Dank.
Jetzt im Mai geht man bereits durch die drei historischen Linden von 1770 wie durch den ersten Alleenbogen zu den 22 jungen Linden, die ihre kleinen Blattkronen entfaltet haben.
Ein erstes Brautpaar spazierte mit seiner Gesellschaft hindurch. Vielleicht schon ab Juni wird man sich beim Standesamt Quenstedt oder Hettstedt für eine Samstag-Trauung im Novalis-Schloss anmelden können - mit anschließendem historischen Foto in der alten jungen „Hochzeitsallee“.
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